Umwelt

Umweltschutz in Gosselding

kastanienknospe3-04-05„Ohne uns geht es nicht“, sagt die Menschheit und klopft sich zufrieden auf den Bauch.
Es ist nicht ganz klar, wem sie das sagt, denn die Kiefern im Wind oder die Ameisen könnten ganz gut ohne sie.

Erwin Chargaff

Leider wird Umweltschutz oft so verstanden, daß die Umwelt außerhalb der Menschen existiert und den Schutz durch die Menschen verdient wie Gegenstände, die man in ein Museum stellt. Das ist natürlich Quatsch, denn wir leben mitten in der Umwelt, sie ist unsere Umgebung, ohne die wir nicht existieren können. Was wir noch lange nicht ausreichend schützen, sind unsere Lebensgrundlagen.

Beim Bau unserer Häuser in Gosselding haben wir versucht- soweit es uns in unseren Handlungsspielräumen möglich war- zusätzliche Belastungen zu vermeiden. Den größten Raum hat unser zukünftiger Umgang mit Energie eingenommen.

Heizung

Hackschnitzelheizung

Die Neubauten in Gosselding haben Zentralheizung. Die Wärme dafür wird durch eine Hackschnitzelheizung erzeugt. In einem Kessel wird gehäckseltes Holz verbrannt. Die Heizung versorgt sich automatisch aus einem großen Lager mit Brennmaterial.
Die Anlage unterschreitet die zugelassenen Abgaswerte erheblich und setzt kein fossiles Kohlendioxid frei. Das Holz, aus dem die Hackschnitzel erzeugt werden, ist Schwachholz aus den Wäldern um Gosselding und Verschnitt aus einem nahegelegenen Sägewerk.
Würde dieses Holz im Wald verrotten, würde dieselbe Menge Kohlendioxid freigesetzt werden wie bei der Verbrennung. Mit dem Hackschnitzelkessel wird auch das benötigte Warmwasser erzeugt.

Wärmedämmung

Die Neubauten in Gosselding haben wir freiwillig nach der neuesten Wärmedämmverordnung errichtet.

Die Neubauten sind mit Perlite und Isofloc gedämmt. Es ist – bis auf wenige Ausnahmen – keine Glaswolle eingesetzt worden. Das verwendete Holz ist nicht imprägniert. Es wurden keine Holzschutzmittel aufgetragen. Die Leichtbauwände sind aus Gips-Zelluloseplatten.

Strom

Effiziente Nutzung

Mit Strom soll in Gosselding keine Wärme erzeugt werden. Daher haben wir eine Waschmaschine, die sich aus der Warm- und Kaltwasserleitung ihr Waschwasser mischt. Die Kühlschränke sind energiesparend (A++). Beide Spülmaschinen hängen an der Warmwasserleitung. Das warme Wasser wird von der Hackschnitzelheizung zur Verfügung gestellt.
Beide Küchen sind mit Propangasherden ausgestattet.
Für die Beleuchtung setzen wir Energiesparlampen (nur noch wenige) und LED Leuchtmittel ein. Auch als Ersatz für Leuchtstoffröhren. Nur im großen Saal werden Quecksilberdampflampen verwendet, die in der Ausbeute Lumen pro Watt nahe an LEDs liegen.

Umweltfreundliche Energiequellen

Gosselding bezieht seinen Strom von LichtBlick – die Zukunft der Energie . Damit wird der Hof vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen (d.h. Solar, Wind, Wasser, Biomasse) versorgt. Wie der Name schon sagt ist diese erneuerbar und geht damit nicht zu Lasten der Umwelt, im Gegensatz zu fossiler Energie (d.h. Kohle, Öl, Gas) oder Atomenergie.

Photovoltaik

An Sonnentagen wird in Gosselding soviel Strom produziert, dass fünfzehn weitere Haushalte in der Größe von Gosselding versorgt werden können. Der Sonnenstrom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Durch Photovoltaik ist inzwischen die so genannte Mittagsspitze entfallen, die bisher den großen Stromversorgern jeden Tag 100000 Euro pro Kraftwerk gebracht hat. In Gosselding ist, zusätzlich zu den Süddächern, auch ein Ost- und ein Westdach mit Photovoltaik ausgerüstet. Im Sommer beginnt daher die Stromproduktion an einem Sonnentag gegen 8:00 Uhr und endet gegen 20:30 Uhr – je nach Tageslänge. Sehr effizient laufen die Anlagen an einem sonnigen Wintertag, wenn es richtig kalt ist. Wärme ist bei dieser Art der Stromproduktion gar nicht erwünscht. Es geht nur ums Licht.

Wasser

Gosselding ist an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen.